21.9.06

Thea von Harbous Prosa zur Zeit um den Ersten Weltkrieg

Thea von Harbous Karriere als Schriftstellerin ging ihrer Laufbahn als Drehbuchautorin voraus; beide Wege kreuzten sich im Jahr 1919 in der Erstellung des Drehbuches zu dem Joe-May-Film Die Legende von der heiligen Simplicia - verfaßt nach ihrer eigenen Erzählung. Von nun an ist Thea von Harbou Prosaschriftstellerin und Drehbuchautorin zugleich - wie sie zuvor Schauspielerin und Schriftstellerin war. Ihre Doppelrolle nutzt sie fortan, um einen neuartigen Medienverbund zu etablieren, indem sie künstlerische Produktionsprozesse parallelisiert und die Veröffentlichungen von Buch und Film aufeinander abstimmt: Man denke hier nur an Die Nibelungen (Das Nibelungenbuch) oder Metropolis.

Während aber die Filmarbeiten Thea von Harbous weitgehend erforscht sind, sind ihre Prosaarbeiten bisher von der Forschung kaum berücksichtigt worden. Anhand der Analyse eines exemplarischen Erzähltextes Thea von Harbous soll an dieser Stelle ein Einblick in Kompositionsprinzipien und Erzählstrategien ihrer Prosaarbeiten in der Zeit um den Ersten Weltkrieg gegeben werden. Die Erzählung „Der stumme Teich“ aus dem Sammelband Deutsche Frauen. Bilder stillen Heldentums aus dem Jahre 1914 kann diesbezüglich als typisch erachtet werden.

Die vollständige Analyse finden sie hier.

3.9.06

DER ALTE UND DER JUNGE KÖNIG auf DVD

Geschichtsfilm und zugleich eine packende Darstellung eines tragischen Vater-Sohn-Konfliktes: DER ALTE UND DER JUNGE KÖNIG; Regie: Hans Steinhoff; Drehbuch: Thea von Harbou, Rolf Lauckner, Darsteller u.a. Emil Jannings und Werner Hinz, in seiner ersten Filmrolle. Der Film erhielt 1935 das Prädikat ‚Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll, volksbildend’. Nach 1945 wurde seine Vorführung von der Alliierten Militärregierung in Deutschland verboten. Erst 1961 konnte DER ALTE UND DER JUNGE KÖNIG wieder in Westdeutschland gezeigt werden; die ‚Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft’ gab den Film auch für Kinder ab 12 Jahren frei; die ‚Katholische Filmkommission für Deutschland’ empfahl ihn als ‚geeignet auch für die Jugend, ab etwa 14 Jahren’.

In einer Artikelreihe werden wir uns im Jahr 2007 mit diesem Dokument des nationalsozialistischen Films beschäftigen, der in seine spannende historische Handlung gelegentlich gängige Propagandasprüche seiner Gegenwart einflocht.